Unser Leitfaden: Auslegung der eigenen Photovoltaikanlage

Eine der ersten Fragen, die sich jeder Bauherr stellt, ist die Frage nach der Größe der Photovoltaikanlage.

Dabei kann man durchaus, je nachdem, wen man fragt, unterschiedliche Antworten erhalten. Man sollte dabei auch bedenken, dass sich Empfehlungen auch ändern können. Nämlich dann immer, wenn unsere Bundesregierung durch Regularien oder Förderungen aktiv in den Markt eingreift. Unsere Überlegungen basieren also auf dem Stand von April 2026 und werden, wenn sich gesetzlich etwas verändert, auch angepasst.

Dreh- und Angelpunkt bei der Suche nach einer Antwort ist Ihr persönlicher Ausblick auf die Zukunft. Daraus ergeben sich 3 Szenarien.

 

Anwendungsfall 1 – die elektrische Zukunft

Planen Sie z.B. kurz- bis mittelfristig auf ein E-Auto und eine Wärmepumpe umzusteigen?
Dann würden Ihnen die meisten Photovoltaik-Planer empfehlen Ihr Dach maximal zu belegen. Einfach deshalb, weil Sie den Strom in Zukunft brauchen werden.
Man spricht hier von Sektorenkopplung.
Bedenken sollten Sie auch, dass PV-Module aktuell noch relativ günstig sind. Der Hauptlieferant China hat allerdings bereits angekündigt, dass schon bald mit steigenden Preisen zu rechnen sei.

Einen Batteriespeicher sollte man in diesem Fall ebenfalls mit einbauen, da nun weitere wichtige Lebensbereiche von der Energiequelle Strom abhängen: Heizen und Mobilität. Die Rentabilität gerät in den Hintergrund zugunsten Ihrer Versorgungssicherheit.
Auch der Notstrom wird in diesem Fall ein Thema werden, worüber man sich Gedanken machen muss. Dieser sollte dann, aufgrund der Wärmepumpe, dreiphasig sein.

 

Anwendungsfall 2 – Stromkosten reduzieren

Sie planen keine weitere Elektrifizierung Ihrer Heizung und Ihres Autos, sondern wollen in der Hauptsache Ihre Ausgaben für Elektrizität senken oder die Energieeffizienzklasse Ihres Hauses optimieren.
Dann schauen wir uns Ihren aktuellen Stromverbrauch an und legen die Anlage dementsprechend aus. In der Praxis wird die Anlage dann kleiner ausfallen. Auch ein Batteriespeicher muss hier nicht mehr zwangsläufig empfohlen werden, da Sie im Sommer wie im Winter den Strom selbst verbrauchen. Der Vorteil ist dementsprechend der geringe Preis der Anlage und Ihr deutlich niedrigerer Strompreis.
In den dunklen Wintermonaten wird die Anlage allerdings entsprechend weniger Auswirkungen auf Ihren Strompreis haben.

Tipp: ein zusätzliches günstiges Balkonkraftwerk kann hier helfen, die Ausbeute zu optimieren. Hat der Bauherr z.B. ein Ost-West Dach, aber die Möglichkeit ein Balkonkraftwerk in Richtung Süden zu installieren, wäre dies eine sehr günstige Erweiterung.
 

Anwendungsfall 3 – Ich bereite mich vor

Ein weiterer Teil unserer Kunden möchte sich aus berechtigten Gründen nicht festlegen, aber trotzdem jetzt schon in die eigene Photovoltaikanlage investieren und sich für die Zukunft aufstellen.

In diesem Szenario empfehlen wir ebenfalls die Maximalbelegung des Daches und die Installation eines Hybridwechselrichters, allerdings ohne Speicher. So können Sie den Speicher bei Bedarf in Zukunft nachrüsten.

Der Vorteil ist, dass Sie sich die aktuell günstigen Modulpreise sichern, im Sommer kein Strom mehr zukaufen müssen und selbst in den Wintermonaten noch einen Großteil selbst produzieren. Sie können politische Entwicklungen abwarten und bei Bedarf weiter elektrifizieren, wenn Sie das möchten.

 

Was ist mit der Einspeisevergütung?

Im Photovoltaikausbau sind wir mittlerweile an einem Punkt angelangt, an dem die Einspeisevergütung bei der Entscheidung über die Größe Ihrer Anlage keine Rolle mehr spielen sollte. Aktuell wird intensiv darüber nachgedacht, sie ganz abzuschaffen. Aber auch die angebotenen ca. 8 Cent machen am Ende keinen Unterschied.

Die Zukunft liegt im Eigenverbrauch.